Aufbaucurriculum Systemische Kinder- und Jugendlichentherapie

Praktiker, die mit Kindern, Jugendlichen und deren Bezugssystemen arbeiten, suchen häufig eine Erweiterung ihrer systemischen Kompetenz, ausgerichtet auf die Bedürfnisse und Entwicklungsaufgaben der verschiedenen Altersgruppen.

Auf diesem Hintergrund bietet das Institut an der Ruhr ein Aufbaucurriculum an, das sich an den Rahmenrichtlinien der Systemischen Gesellschaft orientiert. Es richtet sich explizit an KollegInnen, die bereits eine systemische Weiterbildung absolviert haben und sich zusätzlich für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen qualifizieren möchten.

Das Besondere an dieser WB ist der offene Rahmen: InteressentInnen können sowohl einzelne, für ihr berufliches Handeln relevante, Blöcke buchen, als auch die gesamte Weiterbildung. Diese Struktur bietet TeilnehmerInnen zusätzlich die Möglichkeit, den Ablauf und die zeitliche Struktur den eigenen Bedürfnissen entsprechend individuell zu planen und Angebote verschiedener Institute gezielt zu nutzen. Die kooperierenden Institute der SG erkennen Seminare gleichen Inhalts wechselseitig an.

Folgende Institute sind zur Zeit an dem Curriculum beteiligt: APF Köln, Bremer Institut für systemische Therapie und Supervision, IF Weinheim, Kasseler Institut für Systemische Therapie und Supervision e.V., PPSB Hamburg; das ISI Berlin, SIS Sachsen und StIF Stuttgart sind ebenfalls angeschlossen. Alle Kontaktadressen und Termine unter www.systemische-gesellschaft.de

Teilnahmevoraussetzungen

Die Weiterbildung setzt Kenntnisse systemischer Konzepte und Methoden als bekannt voraus. Für eine Zertifzierung muss der Abschluss "Systemische Therapie und Beratung" (SG) oder "Systemische Beratung" (SG) vorliegen. TeilnehmerInnen müssen die Möglichkeit haben, im psychosozialen Kontext mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.

Abschluss der Weiterbildung

Soweit die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind, erhalten TeilnehmerInnen, die alle Module besucht und eine Fallarbeit dokumentiert haben, das Zertifikat "Systemische/r Kinder- und JugendlichentherapeutIn".

Eine Zertifizierung durch die SG kann auf Wunsch beantragt werden.

Weiterbildungsinhalte

Die einzelnen Ausbildungsblöcke sind vorwiegend nach Alter gestaffelt. In jedem Block werden folgende Themenschwerpunkte bearbeitet:
  • Selbstreflexion bezogen auf die jeweilige Altersstufe
  • Entwicklungsaufgaben der jeweiligen Altersstufe
  • Alterstypische Beratungs- und Therapieanlässe und deren (ressourcenorientierte) Diagnostik
  • Methodischer Zugang
  • Beziehungs- und Interaktionsgestaltung in der (Kern-)Familie, mit Gleichaltrigen und Institutionen (Kindertageseinrichtung, Schule)
  • Elterncoaching
  • Settingfragen (Einzel- oder Familientherapie, Kooperation der Helfersysteme)

Weiterbildungsstruktur

Das gesamte Curriculum umfasst 24 Weiterbildungstage, gegliedert in 6 Module.

Modul 1 – 3 und Modul 5 umfassen jeweils 3 Tage (Do – Sa) und einen zusätzlichen Supervisionstag.
Modul 4 gliedert sich in zwei Blöcke von jeweils 2 Tagen (Fr – Sa) und einen Supervisionstag.
Modul 6 umfasst 2 Tage, der Supervisionstag schließt sich direkt an (Do – Sa).

Zusätzlich müssen folgende Leistungen erbracht werden:

  • 50 Std. Peergruppenarbeit
  • 50 Std. dokumentierte eigene Beratungs- /Therapiepraxis
  • 50 Std. Selbststudium
  • eine im Rahmen der Weiterbildung supervidierte Falldokumentation (Video)

Block 1: 0 – 3 Jahre

Dozentin: Martina Furlan

  • vom Paar zur Familie; Übergänge
  • altersrelevante Grundlagen der Bindungstheorie
  • Entwicklungsaufgaben und alterstypische Problemstellungen: schreien, essen, schlafen
  • besondere Situationen: Frühchen
  • Familie und Beruf: gesellschaftliche Erwartungen und persönliche Lebensplanung
  • Arbeit mit Video: "das Mikroskop des Therapeuten"
  • Kindliche Kompetenzen und elterliche Didaktik
  • Meilensteine der Entwicklung

Block 2: 4 – 6 Jahre

Dozentin: Reinhild Temming

  • erste Ablösungsversuche
  • Entwicklungsschritte
  • sozialer Raum: Kindergarten, Tagesmutter
  • Sprachentwicklung
  • Bewegung als Tor zum Lernen
  • alterstypische Probleme: einnässen, einkoten, (Auto-)Aggressivität
  • kreative Methoden
  • Kindertherapie – Elterncoaching

Block 3: Pubertät

Dozent: Kurt Ludewig

  • erwachsen werden: körperliche und psychische Veränderungen
  • Ergebnisse der Hirnforschung
  • Bedeutung der Peergroups
  • jugendliche Subkulturen
  • Schulprobleme
  • Sexualität
  • Essstörungen, Suizidalität

Block 4a: Klinisch-psychiatrischer Kontext

Dozent: Filip Caby

  • Diagnostik, Medikation
  • stationäre Psychiatrie: Indikation, Aufgaben, Arbeitsweise
  • psychische Erkrankungen
  • traumatisierte Kinder

Block 4b: Jugendhilfe

Dozentin: Birgit Averbeck

  • Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung
  • Hilfepläne
  • Fremdunterbringung
  • soziale Kontrolle
  • familiäre Gewalt: Vernachlässigung, Misshandlung, sexuelle Gewalt

Block 5: 7 – 12 Jahre

Dozent: Wilhelm Rotthaus

  • Schule und Familie: Kooperation – Konfrontation?
  • ADHS
  • Beziehungen zu Gleichaltrigen
  • Loyalitäten: mit Trennung und Scheidung umgehen
  • Was Kinder stark macht – das Konzept der Resilienz

Block 6: Abschluss, Beendigung, Abschied

Dozentin: Martina Furlan

  • psychisch kranke Eltern
  • Prozesse beenden
  • offene Fragen / "Reste"
  • Abschlussarbeiten
  
Leitung: Martina Furlan
DozentInnen: Birgit Averbeck, Filip Caby, Kurt Ludewig, Wilhelm Rotthaus, Reinhild Temming
Ort: Bochum
Zeiten: Donnerstag 14.00 – 20.00 Uhr
Freitag 10.00 – 17.00 Uhr
Samstag 10.00 – 17.00 Uhr

Supervisionstage:
Feitag 14.00 – 20.00 Uhr

Termine:
Block 1: 27. – 29.05.2010
25.06.2010 Supervision
0 – 3 Jahre
Block 2: 26. – 28.08.2010
24.09.2010 Supervision
4 – 6 Jahre
Block 3: 11. – 13.11.2010
03.12.2010 Supervision
Pubertät
Block 4a: 25. – 26.02.2011 Jugendhilfe
Block 4b: 15. – 16.04.2011
13.05.2011 Supervision
Psychiatrie
Block 5: 09. – 11.06.2011
08.07.2011 Supervision
7 – 12 Jahre
Block 6: 29.09. – 01.10.2011 Abschluss
Teilnahme-
gebühren:
Einmalige Zertifizierungsgebühr: 50,- Euro
Pro Seminartag 90,- Euro 2.160,- Euro

Gesamtkostenbetrag: 2.210,- Euro

Die Gebühren werden jeweils vor Beginn des jeweiligen Ausbildungsblocks fällig.