Hypnosystemische Traumatherapie

Ressourcenorientierte Fort- und Weiterbildung für TherapeutInnen und BeraterInnen im psychosozialen und klinischen Kontext.

Ziel der Weiterbildung

  • mehr Sicherheit im alltäglichen Kontakt mit dissoziierenden/fordernden/emotional labilen KlientInnen zu vermitteln
  • Stabilisierungstechniken ressourcenorientiert in den beraterischen Alltag einzubauen und Selbsthilfetechniken vermitteln zu können.
  • grundlegende Techniken der neuen Traumatherapie (z.B. EMDR und Screentechnik) kennen zu lernen und ressourcenorientiert in die Arbeit zu integrieren.
  • die Techniken durch Übungen, Spiele, Kleingruppenarbeit, Lehrmaterial und begleitende Supervision für die konkreten Kontexte der BeraterInnen passgenau zu machen.

Weiterbildungsstruktur

  • Block 1: Einführung
  • Block 2: Die eigenen Ressourcen aktivieren
  • Block 3 und 4: Die Ressourcen der KlientInnen aktivieren
  • Block 5: Verhinderung der Weitergabe von Traumatisierung, frühe Entwicklung und Intervention bei "Müttern" und Kindern
  • Block 6: Traumaexposition mit der Bildschirm(screen) Technik
  • Block 7: Soziale Stabilisierung – systemische Aspekte der Traumaarbeit
  • Block 8: Skulpturen und Strukturaufstellungen mit traumatisierten Jugendlichen und Erwachsenen

Block 1: Einführung

Grundlage für Verständnis und sichere Anwendung der Stabilisierungstechniken ist die Kenntnis der Verarbeitungsmechanismen, die im traumatischen Erleben wirksam sind. Denn sie wirken sich innerpsychisch, psychosozial und im Arbeitskontext aus. Was hilft uns hier die Ressourcenorientierung?
  • Welche Mechanismen wirken im traumatischen Erleben?
  • Trauma und Gedächtnis
  • Veränderungen im Gehirn
  • Auslöser für das Wiedererleben
  • Altersspezifische Auswirkungen
  • Mono- und Komplextraumatisierung
  • Grundlagen der Ressourcenorientierung
  • Normalisierungsintervention

Block 2: Die eigenen Ressourcen aktivieren

Traumatisierung wirkt sich beziehungsstörend aus, auch und gerade im Beratungsalltag. Wie aktiviere ich meine Ressourcen und vermeide sekundäre Traumatisierungen bei mir und meinem Team? Wie etabliere ich bei mir und meinem Gegenüber immer wieder einen zieldienlichen Ressourcenzustand und vermeide Retraumatisierungen in der Arbeit?
  • Beziehungsdynamik im Trauma
  • Arbeit im und am Ressourcenzustand
  • Anzeichen von Sekundärtraumatisierung
  • Professionelle Selbstfürsorge
  • Distanzierungs- und Schutzübungen

Block 3 und 4: Die Ressourcen der KlientInnen aktivieren

Stabilisierung und Neuorientierung sind die wesentlichen Bestandteile jeder Traumabewältigung. Worum geht es dabei und welche Prinzipien sind hilfreich? Aus einer Übersicht der unterschiedlichen Vorgehensweisen werden exemplarische Techniken vertieft und eingeübt. Zur Orientierung im Prozess erarbeiten wir den Umgang mit der Walking Scale, lösungsorientierte Techniken erweitern die Stabilisierungsarbeit, Bildschirm- und Teilearbeit werden zur Distanzierung eingesetzt, die bilaterale Stimulierung aus dem EMDR in der ressourcenorientierten Anwendung vorgestellt.
  • Notfallhilfen
    (z.B. Suizidverträge, Dissoziationsstop, Grounding, Reorientierung, Notfallkoffer, 5 – 4 – 3 – 2 – 1)
  • Erweiterung des Handlungsspielraums
    (z.B. Schutzraumübung, Sichere Orte, Liste positiver life-events, Zeitprogressionen, Zwischenlager, Tresore)
  • Distanzierungstechniken
    (z.B. Dissoziazionsanalyse, Externalisierungen, Teile-Arbeit, Arbeit mit dem inneren Team, Arbeit mit dem inneren Kind, Screen- oder Bildschirmarbeit)
  • Assoziierungstechniken
    (z.B. Symbole und Rituale, EMDR)

Block 5: Verhinderung der Weitergabe von Traumatisierung, frühe Entwicklung und Intervention bei "Müttern" und Kindern

Beziehung ist einer der wesentlichen Transmissionsriemen für die Weitergabe von Traumatisierungen. Die moderne Neurophysiologie lehrt uns zudem, dass sich das Gehirn von Kindern gebrauchsabhängig entwickelt. Die Beziehung zu einer traumatisierten primären Bezugsperson erzeugt daher unter Umständen hochwirksame maladaptive Muster die – frühzeitig erkannt – aufgelöst oder gemildert werden können.
  • Neurosequentielle Entwicklung
  • Bindungstheorie ganz praktisch
  • Intuitive "elterliche" Kommunikation
  • ressourcenorientiertes Arbeiten mit den Bezugspersonen
  • Einsatz von Video zur Stärkung der Beziehungsressourcen in jedem Alter

Block 6: Traumaexposition mit der Bildschirm(screen) Technik

Auch wenn in vielen Fällen eine direkte Konfrontation weder hilfreich noch erwünscht ist, so gibt es doch Situationen, in denen eine ressourcenorientierte, integrierende Betrachtung des Erlebten angezeigt ist. Die neuere Traumatherapie bedient sich hier der aus der Hypnotherapie entlehnten Bildschirmtechnik. Durch zusätzliche Selbstkontrolltechniken flankiert, erlaubt diese Arbeit auch Nicht-TherapeutInnen eine sichere Betrachtung des Erlebten, wenn es um die Vorbereitung von Aussagen, Anträgen etc. geht.
  • Installation des Bildschirms
  • Arbeit mit Submodalitäten
  • Installation der Beobachtungsskala
  • Flexibles Arbeiten im Ressourcenzustand
  • Sequenzerstellung
  • Rahmendes Script

Block 7: Soziale Stabilisierung – systemische Aspekte der Traumaarbeit

Traumatisierung ebenso wie die Arbeit an Stabilisierung und Erlebtem findet im Kontext statt. Welche Bedeutung werden der Traumatisierung in unterschiedlichen Kontexten beigemessen? Was wird als Traumatisierung definiert? Was heißt das für die Arbeit?
  • Möglichkeiten kultursensibler Traumadiagnostik
  • kultursensible Interventionsmodelle
  • Berücksichtigung von Familiendynamiken und Traumabearbeitungsprozessen
  • Umgang mit kollektiver Traumatisierung
  • Interventionsmöglichkeiten bei andauernder Bedrohung
  • Besondere Aspekte der Arbeit im Mehrpersonensetting

Block 8: Skulpturen und Strukturaufstellungen mit traumatisierten Jugendlichen und Erwachsenen

Für das Mehrpersonensetting ebenso wie im einzelberaterischen Dialog sind unterschiedliche Formen der Arbeit im Raum die Methode der Wahl zu einer Balance zwischen Komplexität und Übersichtlichkeit. Weitab von Hellingers Direktivität wollen wir Ihnen verschiedene Ansätze vorstellen, mit denen Sie Innenwelten, Konflikte oder systemische Änderungswünsche in Szene setzen können. Der Schwerpunkt liegt hier durchweg in einer Ermächtigung zur Eigenkontrolle. Die Rolle der TherapeutIn ist eine beratende und struktrierende, was viel mit humorvoller Ermutigung zur Metaperspektive zu tun hat.
  • Besonderheiten der Arbeit im Raum
  • Externalisierungen und Teilearbeit in Bewegung
  • Aufstellungen der beteiligten Parteien in und um die Jugendlichen und Erwachsenen
  • Skulpturen, die Affekte verdeutlichen und den Umgang mit sich selbst wieder neu gestalten helfen
  
Leitung: Lydia Hantke, Hans-Joachim Görges
DozentInnen: Martina Furlan, Britta Woltereck
Ort: Bochum
Zeiten: Freitags 14.00 Uhr – 20.00 Uhr
Samstag 10.00 Uhr – 17.00 Uhr

Termine:
2010 2011
27./28. August
01./02. Oktober
12./13. November
03./04. Dezember
14./15. Januar
11./12. Februar
11./12. März
08./09. April
Teilnahme-
gebühren:
Einmalige Organisationsgebühr: 50,- Euro
Pro Block 210,- Euro: 1680,- Euro

Gesamtkostenbetrag: 1730,- Euro