Selbsterfahrung

"Schau mir in die Augen, Kleines" –
Non-verbale Kommunikation im (beraterischen) Alltag

Der größte Teil menschlicher Kommunikation bedarf keiner Worte. Er findet statt über Töne und Laute, Gestik und Mimik, Nähe und Distanz, Bewegung im Raum, Blicke, Gerüche und vieles mehr. Auch hier bestimmt die Empfängerin die Bedeutung der Botschaft, die dadurch zu einem kommunikativen Akt wird – oder eben auch nicht. Was im Kontakt zu Babys und Kleinkindern selbstverständlich ist, verlieren wir im (Berufs-) Alltag gerne aus den Augen und vergeben damit die Chance auf ein riesiges Repertoire von Interventionsmöglichkeiten.

Im Seminar wollen wir uns diesem Themenfeld ganz praktisch nähern, der Selbsterfahrungsaspekt steht im Vordergrund: wie findet Austausch neben, unter und trotz Worten in meinem (Arbeits-) Alltag statt, was sind meine Bedürfnisse und die meiner Klienten, wo könnte Veränderung Sinn (und Spaß!) machen?

Voraussetzung sind die Freude am Ausprobieren und die Bereitschaft, sich dabei sehen und hören zu lassen.
  
Leitung: Martina Furlan, Hans-Joachim Görges
Ort: Bochum
Zeiten: Freitag, 14.00 – 20.00 Uhr
Samstag, 10.00 – 17.00 Uhr

Termine: 11./12. Juni 2010
Teilnahme-
gebühren:
180,- Euro

Das Konzept Achtsamkeit in der systemischen Therapie und Beratung

Achtsam zu sein, ganz im Hier und Jetzt zu sein und sich seiner Gefühle, Gedanken und Handlungen in jedem Augenblick bewusst zu sein, hat als Therapieziel eine inzwischen Jahrzehnte lange Geschichte in der humanistisch ausgerichteten westlichen Psychotherapie. Als zentrale, das ganze Leben prägende und durchdringende Geisteshaltung hat das Konzept Achtsamkeit andererseits eine Jahrtausende alte Tradition im Buddhismus: In der buddhistischen Lehre ist Achtsamkeit gegliedert in die Achtsamkeit für den Körper, die Gefühle und Empfindungen, den Geist und die Geistobjekte.

Im Rahmen der Adaption durch die westliche Psychotherapie erfährt das Konzept aktuell zunehmend Beachtung in Tiefenpsychologie und Verhaltenstherapie. So dienen eigens konzipierte Achtsamkeitsübungen der psychodynamisch orientierten Imaginativen Traumatherapie oder der Dialektisch Behavioralen Therapie der "Borderline-Persönlichkeitsstörung". Während in spirituell orientierten Achtsamkeitsübungen oder Achtsamkeitsmeditationen jedoch eher eine erweiterte "Selbst"- und Welterfahrung angestrebt wird, zielen die therapeutischen Achtsamkeitsübungen vorwiegend auf eine Reduzierung von Krankheitssymptomen und den Erhalt der Gesundheit ab.

Insofern verbindet das Konzept inzwischen therapeutische Traditionen, die eine starke Affinität zu Themen wie Akzeptanz und Achtsamkeit haben wie die Verfahren, die aus der Humanistischen Psychologie erwachsen sind, mit primär veränderungsorientierten Ansätzen, die aus dem Behaviorismus entstanden sind. In der Assimilation des Konzepts in therapeutische Verfahren steht eine Ausrichtung auf Wertorientierung und Lebensstilprägung einer Zweckorientierung im Hinblick auf die Effektivität erreichbarer therapeutischer Veränderungen gegenüber.

Im Seminar werden die ("Selbst"-)Erfahrungen der TeilnehmerInnen im Rahmen der Praxis von Achtsamkeitsübungen den konkreten Anforderungen in der systemischen Therapie und Beratung zugeordnet. Dazu dienen am ersten Seminartag als Impulsgeber Grundübungen der Achtsamkeitsmeditation, die den Fokus auf die Prozesse Denken, Fühlen und Empfinden richten. Am zweiten Seminartag liegt der Schwerpunkt auf Übungen zur Förderung des Einfühlungsvermögens. Ziel ist es, Ideen für eine Übertragung des Prinzips Achtsamkeit in die berufliche Tätigkeit und den eigenen Alltag zu entwickeln.
  
Leitung: Ronald Milewski
Ort: Bochum
Zeiten: Samstag, 10.00 – 17.00 Uhr
Sonntag, 10.00 – 17.00 Uhr

Termine: 29./30. Januar 2011
Teilnahme-
gebühren:
180,- Euro

"Nichts wie weg! Bloß wohin?"
Praktische Selbstfürsorge für Therapie und Beratung

Selbstfürsorge, das erscheint oft wie eine zusätzliche Verpflichtung in Zeiten, in denen wir wirklich schon genug zu tun haben. Dieses Seminar zeigt, dass es nicht nur Spaß macht und der Burn-out-Prophylaxe dient, sich um die eigenen Ressourcen zu kümmern, sondern dass es auch in den Arbeitsalltag integrierbar ist und sogar die KlientInnen davon profitieren.
Burn-out, Sekundäre Traumatisierung, Mitgefühlserschöpfung sind nur einige gängige Begriffe für die individuellen Auswirkungen mangelnder Selbstfürsorge in einem gesellschaftlichen, institutionellen und interindividuellen Bedingungsgefüge. In diesem Seminar soll die Theorie nur kurz behandelt werden, der Schwerpunkt wird auf der Entwicklung persönlicher Strategien der Lebens- und Arbeitskunst stehen: Wir werden
  • den eigenen Ressourcenzustand entwickeln
  • Körper und Bewegung in den Arbeitsalltag integrieren
  • Verabredungen mit inneren Helfern treffen
  • kleine Rituale fürs eigene Wohlergehen entwickeln.

Teilnahmevoraussetzungen: Keine!
  
Leitung: Hans-Joachim Görges
Ort: Bochum
Zeiten: Freitag 14.00 Uhr – 20.00 Uhr
Samstag 10.00 Uhr – 17.00 Uhr

Termine: 04./05. März 2011
Teilnahme-
gebühren:
180,- Euro